"Mögen unsere Herzen erfüllt sein mit dem unerschütterlichen Wagemut der Schneeglöckchen, mit der ansteckenden Heiterkeit der Sonnenblumen und der wohltuenden Leichtigkeit der Pusteblumen..." (unbekannter Autor)


OSTARA: Wir nutzen das Gleichgewicht der Kräfte(Ostara.jpg, 208x240, 23922 Byte)

Die Tagundnachtgleiche am 20. März entspricht dem früheren Mondfest zum Frühlingsanfang und dem heutigen Osterfest

Ein besonderes Datum ist für mich in jedem Jahr die Tagundnachtgleiche am 20. März, die auch den Beginn des astronomischen Frühlings markiert. An diesem Tag steht die Sonne über dem Äquator im Zenit und geht damit genau im Osten auf und genau im Westen unter. Sichtbar wird das für uns daran, dass Tag und Nacht gleich lang sind. Für die Eine oder den Anderen ist dieses ganz besondere Gleichgewicht der Kräfte vielleicht auch energetisch spürbar.

Den Gleichstand von Licht und Dunkelheit im Frühjahr nannte man in vorchristlicher Zeit Ostara. In der Runenlehre steht die erste Silbe "Os" für Mund, Schoß, Erde, Geburt sowie Entstehung und "tar" für zeugen - Ostara bedeutet also "Erd-Zeugung". Auch der Begriff Osten geht übrigens auf diese erste Silbe zurück und bedeutet demnach "Geburt der Sonne".

 In der mystischen Vorstellung unserer Vorfahren erscheint die Große Göttin nun als junge Frühlingsgöttin (wobei es nicht eindeutig belegt ist, dass es sie tatsächlich als mythologische Figur bei den Kelten und Germanen gab). In der Natur entspräche ihre Energie der Morgenröte, dem Sonnenaufgang oder generell dem frühen Morgen. In anderen Kulturen kennen wir sie als Eostre oder Astarte, Minerva oder Athene, Freya oder auch als Mutter Erde in ihrer „jungen“ Gestalt. Sicher ist, dass dieses Mondfest bereits vor der Christianisierung vor allem mit dem Thema der Wiedergeburt in Verbindung gebracht wurde, so wie heute noch an Ostern dem Tod (Karfreitag) und der Auferstehung von Jesus gedacht wird.

An diesem Frühlingsanfangsfest zu Ehren der erstarkenden Sonne - unserer Licht- und Lebensspenderin - feierten unsere Vorfahren mit großen Feuern und (rot) gefärbten Eiern das (Wieder-)Aufleben der Natur. Und auch die Osterfeuer, bunten Hühnereier und der (Schokoladen-)Hase erinnern an die uralten Symbole des Lebens und der Fruchtbarkeit. Ostereier wurden meistens - und besonders in Osteuropa - rot gefärbt, denn Rot galt als die Farbe des Lebens. In Russland soll heute noch mancherorts eine Art Auferstehungszauber stattfinden, der darin besteht, rote Ostereier auf die Gräber der Verstorbenen zu legen.

Das Ei hat übrigens in vielen Kulturen eine besondere Bedeutung - so erzählt eine Legende, dass zu Beginn aller Zeiten die Große Göttin das Weltenei gebar. Sie wärmte es zwischen ihren Brüsten und ließ es Jahrtausende reifen. Als sich die ersten Sprünge in der Schale zeigten, legte es die Göttin behutsam ins große Dunkel. Dort sprang die Schale auf und heraus fiel die ganze Welt, Erde und Wasser, Tiere und Pflanzen und aus dem Dotter entstand die Sonne. Und man sagt, dass die ältesten Tierarten der Welt aus Eiern geboren werden, um die Menschen immer wieder an dieses große Schöpfungswerk zu erinnern.

Es gab wohl auch den Brauch, in dem insbesondere das Menstruationsblut junger Mädchen, die zu Ostara ihre erste Monatsblutung bekamen, als heilig galt und als Segen der Ernte in einem Ritual der Erde übergeben wurde, um so die Fruchtbarkeit der Felder magisch zu verstärken. Auch heutzutage finden vielerorts (wieder) Feldweihen statt; in diesen Segnungsritualen wird das Feld vom Bauern abgeschritten und an jeder Ecke heilige Kräuter, meist Pfefferminze, Schlüsselblume und Äste des Weidenbaumes, zusammen mit einer Kerze in den Boden gesteckt, während man um eine reichhaltige Ernte und um Schutz für die Felder bittet. Auch in der heutigen Zeit beginnen viele Menschen zu Ostara mit der Aussaat und dem Bepflanzen - Du erinnerst Dich vielleicht an das Lied: "Im Märzen der Bauer die Rösslein anspannt. Er setzt seine Felder und Wiesen in Stand. Er pflüget den Boden, er egget und sät und rührt seine Hände früh morgens und spät ...".

Nouruz, ein Frühlings- und Neujahrsfest (wörtlich:"Neulicht"), wird ebenfalls am 20. oder 21. März und seit mehr als 3000 Jahren insbesondere im iranischen Kulturraum, aber auch auf der Balkanhalbinsel, in der Schwarzmeerregion, im Kaukasus, in Zentralasien und im Nahen Osten gefeiert - laut UNESCO tun dies mehr als 300 Mio. Menschen.

Energetisch lädt diese Zeit dazu ein, achtsam in sich hinein lauschen, um so die auftsteigenden und belebenden 'Grün-Kräfte' (Begriff von Hildegard von Bingen für das "Ki" im Reiki) zu erspüren, die der (Wieder-)Herstellung des inneren und äußeren Gleichgewichts und einer ganzheitlichen Erneuerung dienen können.

Wir nutzen die besondere, ausgewogene Energie der Tagundnachtgleichen für unsere Meditation an Volmond. Weitere Infos findest Du hier ...

 

 

 

Altes und neues Wissen interkulturell verbunden!

 

 

 

 


Copyright © 2019 Sabine Hochmuth   Alle Rechte vorbehalten
Realisiert unter Verwendung von Murphy's CMSmini V 2.5 . Gehostet von Schintech